Da einmalige Bekämpfungsmaßnahmen nicht ausreichen, um die auch unter dem Namen „Riesenbärenklau“ bekannte Pflanze zu beseitigen, leistet der LPV begleitend zur Beratung in Taunusstein und Hohenstein Aufklärungsarbeit. Kinder, die am stärksten durch ihr Spielverhalten gefährdet sind und Gefahr laufen, sich an der toxischen Pflanze zu verletzen, werden als Zielgruppe z. B. über die Kindergärten angesprochen.

Bedingt durch die über einen Zeitraum von 7 Jahren bestehende Keimfähigkeit können jederzeit auch an bereits von Herkulesstauden befreiten Standorten neue Pflanzen aufkommen. An allen Standorten – unabhängig von der gewählten Bekämpfungsmethode - ist daher eine konsequente „Nachsorge“ über mehrere Jahre hinweg zu betreiben. Auch private Flächeneigentü-mer sind aufgerufen, die Vermehrung der Herkulesstaude zu unterbinden.

Bereits jetzt im Frühjahr sind die auffällig großen, geschlitzten Blätter der überwinternden Staude Mulchgerät im Einsatz gegen die Herkulesstaudenicht mehr zu übersehen. Ursprünglich stammt die Herkulesstaude aus dem Kaukasus und hat bereits im 19. Jahrhundert als Zierpflanze den Weg in hiesige Gärten gefunden. Dort, wo die nichteinheimische Pflanze Fuß gefasst hat, können sich bei ungestörtem Wachstum in-nerhalb weniger Jahre großflächige Bestände entwickeln. Quadratmeter für Quadratmeter wird so die einheimische Vegetation überwuchert.
Um das Verletzungsrisiko zu minimieren, dürfen alle Arbeiten an der Herkulesstaude nur in Schutzkleidung möglichst bei bedecktem Himmel durchgeführt werden. Beim Hautkontakt mit der Pflanze kommt es häufig zu Rötungen und Schwellungen. Die phototoxischen Eigenschaf-ten der hautreizenden Inhaltsstoffe (sogenannte Furanocumarine) entfalten sich bei Sonnenlicht, so dass es zu Verbrennungen zweiten bis dritten Grades kommen kann. Zudem sind die Augen vor spritzendem Pflanzensaft, der bei mechanischer Bekämpfung austreten kann, mit einer Schutzbrille zu schützen.

Freischneidearbeiten müssen in Schutzanzug und Schutzbrille durchgeführt werdenEine aktuell im Frühjahr gut durchzuführende Bekämpfungsmethode ist das Ausgraben der zu diesem Zeitpunkt noch niedrigen Herkulesstauden. Bis zum Juni/Juli erreichen die Pflanzen sonst 3 bis sogar 5 Meter Höhe. Geeignet ist das Ausgraben insbesondere entlang der Fließgewässer, wo die Pflanze ideale Bedingungen zur Verbreitung vorfindet. Die schwimmfähigen Samen der Herkulesstaude werden mit Hilfe des Wassers über weite Distanzen transportiert. Da eine einzige Pflanze 10.000 Samen hervorbringen kann, müssen diese als „Invasionsherde“ dienenden Vorkommen vordringlich bekämpft werden. Auch zur Einzelpflanzenbekämpfung ist diese Methode sehr effektiv. Beim Ausgraben ist darauf zu achten, dass die obere verdickte Hauptwurzel mit den Regenerationsanlagen vollständig erfasst wird. In der Regel genügt ein Ausstechen in einer Tiefe von rund 15 cm. Die ausgegrabenen Pflanzenteile sollten sodann vernichtet werden. Auf diese Art und Weise sind zudem neu gekeimte Jungpflanzen einfach und effektiv zu beseitigen.

Ein Filmteam von HR 3 berichtet über die Herkulesstaudenbekämpfung von LPV und Gemeinde Hohenstein für die Hessenschau.Auf flächenhaften Vorkommen der Herkulesstaude ist alternativ auch das mindestens 6-malige Mulchen bzw. Mähen während der Vegetationszeit von Mai bis August möglich. Ziel ist, die Blüten- und Samenbildung zu verhindern und die Pflanzen nachhaltig zu schwächen. Bei kon-sequenter Anwendung führt dies zum allmählichen Absterben der Herkulesstaude.

Weitere Auskünfte sowie eine Informationsbroschüre mit weiteren Tipps zur Bekämpfung der Herkulesstaude können beim LPV unter der Telefonnummer 06124/510-301 oder –306 oder unter der E-Mail Adresse lpv.rtk@t-online.de angefordert werden.

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